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Andreas Vollmer bei seinem Grußwort

Andreas Vollmer bei seinem Grußwort bei der Vertragsunterzeichnung zur Kooperation zwischen der KH Mainz und Theologie im Fernkurs; Bild: KH Mainz

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Andreas Vollmer bei seinem Grußwort bei der Vertragsunterzeichnung zur Kooperation zwischen der KH Mainz und Theologie im Fernkurs; Bild: KH Mainz

Lebenslanges Lernen als Brücke zum akademischen Abschluss

21. Januar 2026

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter von Theologie im Fernkurs Würzburg und der Katholischen Hochschule Mainz,
liebe Studierende, liebe Gäste,

als Präsident des Bundesverbandes der Fernstudienanbieter freue ich mich sehr über den geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen Theologie im Fernkurs Würzburg und der Katholischen Hochschule Mainz.

Diese Kooperation ist mehr als eine formale Vereinbarung – sie ist ein starkes Signal für das, wofür Fernstudium seit Jahrzehnten steht: lebenslanges Lernen, Durchlässigkeit im Bildungssystem und reale Chancen auf akademische Abschlüsse für Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen.

Lebenslanges Lernen – vom Bildungsweg zur Bildungshaltung

Lebenslanges Lernen ist heute keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Biografien sind nicht mehr linear. Menschen übernehmen familiäre Verantwortung, arbeiten in Voll- oder Teilzeit, engagieren sich ehrenamtlich – und dennoch bleibt der Wunsch nach Vertiefung, Qualifikation und akademischer Anerkennung.

Genau hier setzt das Angebot von Theologie im Fernkurs Würzburg an. Seit Jahrzehnten steht es für:

  • wissenschaftlich fundierte theologische Bildung,
  • niedrigschwelligen Zugang auch ohne klassische Hochschulzugangswege,
  • modularisierte Fernlehrgänge, die sich mit Beruf, Familie und Ehrenamt vereinbaren lassen,
  • und eine klare Orientierung an der Praxis kirchlichen und gesellschaftlichen Handelns.

Viele Studierende beginnen hier nicht mit dem Ziel eines Bachelorabschlusses, sondern aus persönlichem Interesse, aus Glaubensfragen heraus oder zur Qualifikation für ehrenamtliche Aufgaben. Umso bedeutsamer ist es, dass diese Bildungsleistungen nun strukturiert und verlässlich in einen Bachelorstudiengang Praktische Theologie an der Katholischen Hochschule Mainz überführt werden können.

Flyer zur Kooperation

Flyer zur Kooperation von Theologie im Fernkurs und der KH Mainz; Bild: KH Mainz

Logo Bundesverband der Fernstudienanbieter

Logo Bundesverband der Fernstudienanbieter; Bild: Bundesverband der Fernstudienanbieter

Fünf kritische Erfolgsfaktoren aus Sicht der Studierenden

  1. Klares Zielbild
    Wissen, warum man lernt – persönlich, beruflich oder akademisch.
  2. Realistische Selbsteinschätzung
    Zeitbudget, Belastbarkeit und familiäre Rahmenbedingungen ehrlich einschätzen.
  3. Langfristige Motivation und Durchhaltevermögen
    Lernphasen, Zweifel und Pausen gehören dazu – entscheidend ist das Dranbleiben.
  4. Aktive Nutzung von Betreuung und Beratung
    Fragen stellen, Feedback einholen, Netzwerke nutzen.
  5. Mut zum nächsten Schritt
    Den Übergang von Weiterbildung zu Hochschule bewusst annehmen.

Verantwortung der Fernschule und der Fernhochschule

Doch lebenslanges Lernen gelingt nicht allein durch individuelle Leistung. Es braucht institutionelle Verlässlichkeit.
Theologie im Fernkurs Würzburg und die Katholische Hochschule Mainz übernehmen hier gemeinsam Verantwortung – und setzen Maßstäbe für die gesamte Fernstudienlandschaft.

Fünf kritische Erfolgsfaktoren aus Sicht der Fernschule und Fernhochschule

  1. Transparente Anrechnungsmodelle
    Klare Aussagen darüber, welche Leistungen wie anerkannt werden.
  2. Didaktische Anschlussfähigkeit
    Inhalte, Prüfungsformen und Kompetenzniveaus müssen aufeinander abgestimmt sein.
  3. Verlässliche Studienberatung
    Frühzeitige Information über Wege, Anforderungen und Perspektiven.
  4. Begleitende Betreuung und Motivation
    Gerade Übergangsphasen brauchen persönliche Ansprache und Unterstützung.
  5. Institutionelle Offenheit und Vertrauen
    Weiterbildung und Hochschule als Partner – nicht als Konkurrenz.
Tafel mit Aufschrift "NEVER STOP LEARNING", Geralt via pixabay

Never stop learning; Bild: von Gerd Altmann auf Pixabay

Lebenslanges Lernen – eine gesellschaftliche Notwendigkeit

Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich zum Schluss noch den Blick weiten – über die individuelle Bildungsbiografie hinaus auf unsere Gesellschaft als Ganzes.
Ohne lebenslanges Lernen geht es nicht.
Nicht für den Einzelnen, aber auch nicht für unsere Demokratie, unsere Kirchen, unsere sozialen Institutionen und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wir leben in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen:

  • demografischer Wandel,
  • Digitalisierung und künstliche Intelligenz,
  • zunehmende gesellschaftliche Polarisierung,
  • wachsende Sinn- und Orientierungsfragen.

All das verlangt nach Menschen, die bereit sind, neu zu lernen, weiterzudenken und Verantwortung zu übernehmen – nicht nur mit 20, sondern mit 40, 60 oder 70 Jahren.
Gerade theologische Bildung spielt hier eine besondere Rolle. Sie vermittelt nicht nur Fachwissen, sondern:

  • ethische Orientierung,
  • Urteilskraft,
  • Dialogfähigkeit,
  • und die Fähigkeit, komplexe gesellschaftliche Fragen in einen größeren Sinnzusammenhang einzuordnen.

Lebenslanges Lernen stärkt:

  • die Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs,
  • das Ehrenamt in Kirche und Zivilgesellschaft,
  • die professionelle Qualität sozialer, pastoraler und pädagogischer Arbeit,
  • und nicht zuletzt die Resilienz unserer Gesellschaft.

Ein Bildungssystem, das Weiterbildung ernst nimmt und akademisch anschlussfähig gestaltet – so wie es hier mit Theologie im Fernkurs Würzburg und der Katholischen Hochschule Mainz geschieht – ist ein Bildungssystem, das niemanden zurücklässt.
Lebenslanges Lernen ist deshalb keine individuelle Zusatzleistung, sondern:

  • eine gesellschaftliche Investition,
  • ein Demokratieprojekt,
  • und ein zentraler Baustein für eine humane, reflektierte und solidarische Zukunft.

Oder anders gesagt:
Ohne lebenslanges Lernen fehlt unserer Gesellschaft die Fähigkeit zur Erneuerung.

Schlussgedanke

Meine Damen und Herren,
diese Kooperation steht exemplarisch für ein Bildungssystem, das Menschen ernst nimmt, Lebensleistungen anerkennt und akademische Bildung öffnet.
Sie zeigt:
Lebenslanges Lernen endet nicht mit einem Zertifikat – es kann in einen Bachelorabschluss münden.
Fernlernen ist kein Umweg – es ist ein tragfähiger Bildungsweg.
Im Namen des Bundesverbandes der Fernstudienanbieter danke ich beiden Institutionen für ihren Mut, ihre Offenheit und ihre Weitsicht. Sie geben Studierenden nicht nur Wissen, sondern Perspektiven.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

    

Andreas Vollmer
Andreas Vollmer

Andreas Vollmer ist Präsident des Bundesverbands der Fenstudienanbieter.


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