Lebenslanges Lernen – eine gesellschaftliche Notwendigkeit
Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich zum Schluss noch den Blick weiten – über die individuelle Bildungsbiografie hinaus auf unsere Gesellschaft als Ganzes.
Ohne lebenslanges Lernen geht es nicht.
Nicht für den Einzelnen, aber auch nicht für unsere Demokratie, unsere Kirchen, unsere sozialen Institutionen und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wir leben in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen:
- demografischer Wandel,
- Digitalisierung und künstliche Intelligenz,
- zunehmende gesellschaftliche Polarisierung,
- wachsende Sinn- und Orientierungsfragen.
All das verlangt nach Menschen, die bereit sind, neu zu lernen, weiterzudenken und Verantwortung zu übernehmen – nicht nur mit 20, sondern mit 40, 60 oder 70 Jahren.
Gerade theologische Bildung spielt hier eine besondere Rolle. Sie vermittelt nicht nur Fachwissen, sondern:
- ethische Orientierung,
- Urteilskraft,
- Dialogfähigkeit,
- und die Fähigkeit, komplexe gesellschaftliche Fragen in einen größeren Sinnzusammenhang einzuordnen.
Lebenslanges Lernen stärkt:
- die Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs,
- das Ehrenamt in Kirche und Zivilgesellschaft,
- die professionelle Qualität sozialer, pastoraler und pädagogischer Arbeit,
- und nicht zuletzt die Resilienz unserer Gesellschaft.
Ein Bildungssystem, das Weiterbildung ernst nimmt und akademisch anschlussfähig gestaltet – so wie es hier mit Theologie im Fernkurs Würzburg und der Katholischen Hochschule Mainz geschieht – ist ein Bildungssystem, das niemanden zurücklässt.
Lebenslanges Lernen ist deshalb keine individuelle Zusatzleistung, sondern:
- eine gesellschaftliche Investition,
- ein Demokratieprojekt,
- und ein zentraler Baustein für eine humane, reflektierte und solidarische Zukunft.
Oder anders gesagt:
Ohne lebenslanges Lernen fehlt unserer Gesellschaft die Fähigkeit zur Erneuerung.
Schlussgedanke
Meine Damen und Herren,
diese Kooperation steht exemplarisch für ein Bildungssystem, das Menschen ernst nimmt, Lebensleistungen anerkennt und akademische Bildung öffnet.
Sie zeigt:
Lebenslanges Lernen endet nicht mit einem Zertifikat – es kann in einen Bachelorabschluss münden.
Fernlernen ist kein Umweg – es ist ein tragfähiger Bildungsweg.
Im Namen des Bundesverbandes der Fernstudienanbieter danke ich beiden Institutionen für ihren Mut, ihre Offenheit und ihre Weitsicht. Sie geben Studierenden nicht nur Wissen, sondern Perspektiven.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.