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Stand auf der Kirchenmeile, Bild: Theologie im Fernkurs
Kirchenmeile, Bild: Theologie im Fernkurs

Trubel auf der Kirchenmeile.

Elemente der Ausstellung „Was uns angeht. Große Worte des Christentums“

Ausstellung „Was uns angeht. Große Worte des Christentums“.

Große Worte werden beweglich.

Einige Begriffe lösten intensive Gespräche aus. Besonders das Wort „Geheimnis“ wurde hinterfragt. „Für manche war ein Geheimnis zunächst etwas Negatives“, berichtet Dr. Matthias Steindl. „Etwas, das man nicht weiß und das Unsicherheit auslöst. Die Frage war: Wenn Gott sich offenbart hat, warum bleibt er trotzdem Geheimnis?“ Solche Fragen forderten auch die begleitenden Theologinnen und Theologen heraus. Vertraute Fachbegriffe mussten neu erklärt werden – ohne vorschnell eine fertige Antwort zu liefern. Die Ausstellung brachte damit nicht nur Stelen in Bewegung, sondern auch Perspektiven und theologische Denkweisen.
Und welches Wort ist persönlich besonders wichtig? Dr. Stefan Meyer-Ahlen braucht nicht lange zu überlegen: „Freiheit. Ohne Freiheit wird vieles ganz schön schwierig.“

Begegnungen über Generationen hinweg

Auch im Burkardushaus wurde die Ferne für einige Stunden aufgehoben. Zu den „Stunden der Begegnung“ waren aktive und ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Absolventinnen und Absolventen sowie Menschen eingeladen, die Theologie im Fernkurs seit Langem verbunden sind.
Viele Kontakte im Fernkurs entstehen schriftlich, telefonisch oder digital. Umso besonderer war es, sich persönlich zu treffen, Erfahrungen auszutauschen und alte Verbindungen aufzufrischen. „Die Menschen haben sich wirklich gefreut“, erinnert sich Dr. Stefan Meyer-Ahlen. „Es war eine große Verbundenheit zu spüren.“
Dabei ging der Blick nicht nur in die Gegenwart, sondern auch zurück in die Geschichte des Fernkurses. Zu den Gästen gehörte auch der frühere Studienleiter Harald Weis. Er berichtete davon, wie Studienveranstaltungen vor Jahrzehnten organisiert wurden und wie er damals mit dem Dienstwagen vorausfuhr, um die Materialien an die Veranstaltungsorte zu bringen. „Er hat erzählt, dass es das Konzept aus Studienwochenenden und Studienwochen im Kern schon seit rund 55 Jahren gibt“, berichtet Heike Feser. „Es war unglaublich spannend zu hören, wie das früher abgelaufen ist.“
Kommunikationswege, Technik und Lehrmaterialien haben sich seither stark verändert. Die Grundidee ist geblieben: Theologie im Fernkurs besteht nicht nur aus Lehrbriefen und Prüfungen. Persönliche Begegnungen und gemeinsames Lernen gehören seit den Anfängen dazu.

             

Ein Team, eine Keksdose und eine pinkfarbene Axt

Ein Katholikentag besteht allerdings nicht nur aus guten Gesprächen und gelungenen Programmpunkten. Er besteht auch aus Materialkisten, Dienstplänen, Roll-ups und kurzfristig geänderten Absprachen. Im Vorfeld wurde ein Transportwagen mehrfach neu gepackt, weil sich immer wieder herausstellte, dass ein Roll-up oder eine Tasche doch am jeweils anderen Veranstaltungsort gebraucht wurde. Auch während des Katholikentages war Improvisation gefragt. Wer eigentlich abgelöst werden sollte, musste bisweilen länger bleiben, weil am anderen Ort gerade zu viel los war. Für zusätzliche Energie sorgte eine bewährte Begleiterin: die Nervennahrungskeksdose, die das Team schon seit Jahren auf Katholikentage mitnimmt. Die ungewöhnlichste Requisite am Stand war jedoch eine pinkfarbene Axt aus Modellierballons. „Ich wollte eine Axt – und dann bekam ich eine pinke Axt und einen Dackel“, erzählt Heike Feser. „Das war einfach total witzig und hat für Stimmung gesorgt.“ [Anm. der Redaktion: Wir konnten leider nicht mehr rekonstruieren, wie es zu dem Wunsch einer Axt kam, haben aber erneut herzlich lachen können.] Gerade an langen Tagen waren solche Momente wichtig.
Entscheidend war jedoch die Zusammenarbeit. Fast das gesamte Team konnte sich beteiligen – beim Aufbau, am Stand, in der Ausstellung, im Burkardushaus oder im Hintergrund. „Wir sind keine Abziehbilder voneinander“, sagt Dr. Matthias Steindl. „Jede und jeder hat eigene Stärken. Und die fügen sich im Team sehr gut zusammen.“
Stand, Ausstellung, Werbematerialien und Begegnungsangebote griffen ineinander. Für Dr. Verena Sauer war es deshalb „zum ersten Mal ein richtiges Gesamtpaket“.

Was bleibt?

Nach den intensiven Tagen kehrte Würzburg allmählich zu seinem gewohnten Rhythmus zurück. Die Stände wurden abgebaut, die Gäste reisten ab, die Stelen kamen zurück in ihre Kisten und auch die Keksdose wurde wieder verstaut.
Was bleibt, sind Bilder und Begegnungen: bunte Schals in der Straßenbahn, volle Straßen und konzentrierte Stille. Erinnerungen an ein kleines Stonehenge aus theologischen Begriffen, ein Sofa aus Gnade, so mach überraschendes Wiedersehen und eine pinkfarbene Ballonaxt.
Es bleiben auch die großen Wörter: Freiheit, Geheimnis, Gnade und Demut. Wörter, die nicht unbeweglich im Raum stehen müssen, sondern angefasst, befragt und neu geordnet werden dürfen.
Der Katholikentag hat gezeigt, dass theologisches Lernen Menschen in Bewegung bringen kann. Manchmal beginnt Mut mit einer öffentlichen Position oder einem großen Schritt. Manchmal beginnt er ganz unspektakulär: indem man aufsteht, auf einen fremden Menschen zugeht oder ein großes Wort des Christentums in die Hand nimmt.

Würzburg stand auf – und Theologie im Fernkurs war mittendrin.

Philippa Haase
Philippa Haase

Philippa Haase ist Studienleiterin bei Theologie im Fernkurs.


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