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„Was machst du eigentlich beruflich?“, fragte mich neulich eine Frau aus unserem Chor.
Ich lächelte – so wie an dem Tag, an dem mir klar wurde, dass mein Traum Wirklichkeit werden kann – und antwortete:
„Ich bin Religionslehrerin.“

Mein Name ist Karla Amore, 40 Jahre alt. Mein Weg in diesen Beruf war kein geradliniger, sondern einer, der Mut, Ausdauer und Vertrauen gefordert hat. Ich habe mich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet – über die Hauptschule, die Mittlere Reife in der F10 und schließlich das Fachabitur im sozialen Zweig.

Nach dem Abschluss stand ich an einer Weggabelung: Ein Studienplatz in Sozialer Arbeit lag vor mir, doch mir fehlte damals der Mut. Ich entschied mich stattdessen für eine Ausbildung zur Schreinerin. Eine Zeit, die mich viel über Durchhaltevermögen, Disziplin und Selbstvertrauen gelehrt hat.

In dieser Phase keimte zum ersten Mal ein leiser Gedanke auf: Lehrerin werden. Doch ich hielt diesen Traum für unerreichbar und schob ihn beiseite.

Die Jahre vergingen. Ich arbeitete in verschiedenen Berufen, sammelte Lebenserfahrung und wurde Mutter von drei wunderbaren Kindern. Mit der Verantwortung wuchs auch meine innere Stärke. Und irgendwann war er da – dieser klare Entschluss: Ich werde studieren. Jetzt.

Die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium schien zunächst kaum möglich. Doch dann entdeckte ich „Theologie im Fernkurs“ in Würzburg. Plötzlich öffnete sich eine Tür. Zum ersten Mal erschien mein Traum greifbar.

Diese Zeit war herausfordernd: geprägt von wenig Schlaf, organisatorischen Kraftakten und Selbstzweifeln. Aber sie war auch erfüllt von Stolz, Hoffnung und der tiefen Gewissheit, meinen eigenen Weg zu gehen.

Heute bin ich Religionslehrerin im Kirchendienst. Und ich kann sagen: Es ist mehr als ein Beruf – es ist eine Berufung.

Ich arbeite an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Hören und begleite Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten. Viele von ihnen kennen Zweifel, Unsicherheiten und Hürden – so wie ich sie einst kannte. Genau das ermöglicht mir, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, Vertrauen aufzubauen und ihnen Halt zu geben.

Religionsunterricht ist für mich ein Raum voller Möglichkeiten: kreativ, persönlich, sinnstiftend. Es geht nicht nur um Inhalte, sondern darum, jungen Menschen zu zeigen, dass sie nicht allein sind, dass ihr Leben wertvoll ist – und dass es Hoffnung gibt. Ich darf das weitergeben, was mir selbst auf meinem Weg Kraft gegeben hat.

Wenn ich heute in die Schule gehe, geht mir das Herz auf. Und wenn mich jemand fragt, was ich beruflich mache, dann antworte ich voller Überzeugung und Stolz:

„Ich bin Religionslehrerin.“

Die Kurse von Theologie im Fernkurs richten sich sowohl an alle theologisch Interessierte als auch an Personen, die sich für einen kirchlichen Beruf qualifizieren möchten (Ständiger Diakonat; Gemeindereferent/-in; Religionslehrkraft i.K.).
Die Berufsqualifizierung geschieht in Zusammenarbeit mit den deutschen Diözesen. Der Einstieg in den kirchlichen Beruf ist dabei auch ohne Abitur und berufsbegleitend möglich.

Karla Amore
Karla Amore

Karla Amore ist Religionslehrerin i.K. und Absolventin von Theologie im Fernkurs.


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